Schreiben von Karsten Hoenack

Sehr geehrter Herr Pees,
Ich hoffe es geht Ihnen gut und sie erfreuen sich bester Gesundheit.
Vor etwa drei Monaten musste ich eine schmerzhafte Entscheidung treffen. Aus gesundheitlichen Gründen war es mir nicht möglich meine lieben Unimog so weiter unbeschwert zu nutzen, er stand immer mehr in der Garage.
Ich erfuhr auch vor einiger Zeit, dass es in den Vereinigten Staaten eine stark wachsende Unimog Gemeinde gibt. Diesen Unimog wollte ich nicht einfach so vergeben. So suchte ich unter dutzenden Interessenten und fand einen symphatischen  jungen Mann mit 22 Jahren, Isaac Snyder, der in Denver Colorado lebt und sich  begeistert für das Fahrzeug interessiere.  Innerhalb von zwei Monaten holte er das Fahrzeug ab, was meines Erachtens nach eine kleine Meisterleistung war. 
Über Isaac habe ich mich nicht getäuscht. Ein Junge, wendig wie eine Wildkatze, der die Berge liebt und mit dem Unimog tief in die Rockies tagelang vordringen möchte. Zugegeben, etwas Neid hatte ich schon…
Er kam mit einem Freund die 2650 km aus Denver mit einer Pick-up gefahren. Sie nahmen viele E Teile mit und einen BW Hänger. Ich wies ihn zwei Tage lang in die Technik des 404 ein und ließ sie dann fahren, nicht ohne auf die Gefahren hinzuweisen die auf so einem langen Weg mit so einem prächtigen Fahrzeug lauern. Ich verfolgte die Reise und bekam natürlich Meldungen wenn mit der Technik, insbesondere der Vergaser etwas war. Solch eine Reise innerhalb von vier Tagen ist extrem anstrengend. Isaac ist demnach auch nachts in den USA gefahren (in MX habe ich davon abgeraten) da er feststellte, und mit Recht, dass der Vergaser tagsüber bei der großen Hitze den Kraftstoff verdampfte und Zwangspausen von einer halben Stunde einforderte.
Sie kamen letztendlich sehr gut in Colorado an und Isaac schwärmte von den Nachtfahrten, als sei er in einem zuverlässigen, schwer beladenen Segelboot unterwegs, durch die weiten Wüsten und herrlichen Gebiete der USA, langsam und abenteuerhungrig geniessend Richtung neues zu Hause fahrend…Das Verdeck bei lauer Brise war geöffnet, der Motor schnurrte wie ein Kätzchen auf dem Schoss…………….und unter einem klaren Sternenhimmel der Milchstraße entgegen fahrend, gab es  Zeit  die Pracht unseres einmaligen Habitats stundenlang zu beobachten.
Ade lieber Unimog, ich werde Dich vermissen.
Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute, der Unimog wird in den USA ein gutes Zu Hause haben.
Lieben Gruss
Karsten Hoenack

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